„Zero Waste Space“

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Baukultur, Wohnen und Nachhaltigkeit

Muthesius Kunsthochschule

24103 Kiel, Schleswig-Holstein

Das Projekt “Zero Waste Space” realisiert ein funktionsfähiges kleines Gebäude, das fast keinen Abfall produziert. Konzeption und Bauweise zielen darauf ab, mittels #tatenfuermorgen Stoffströme zu schließen und einen hohen Eigenversorgungsgrad zu ermöglichen.

Worum geht es?
Das Projekt „Zero Waste Space“ weist prototypisch nach, dass heute Gebäude und Designobjekte, die einen effektiven Ressourcenschutz ermöglichen, konzipiert, integriert und realisiert werden können. Durch Reduktion auf das Wesentliche, Abfallvermeidung und Energieeinsparung wird den Bewohnern ein Alltag ermöglicht, der den Verzicht auf konsumbedingten Überfluss erleichtert. Der Zero Waste Space wird ein ca. 15-20m² großer Raum sein, der alle Grundfunktionen und das Innenraumdesign eines bewohnbaren Gebäudes enthält.

Es werden Lösungen aufgezeigt, wie die Bewohner eines Zero Waste Gebäudes dazu beitragen können, unsere Abfallbilanz Richtung Null zu bringen. Leitgedanke des Projektes ist, dass es nicht ausreicht, alle Produkte im Kreislauf zu führen. Im Zero Waste Space umfasst diese Reduktion Bauelemente, Einbauten, Ressourcen und Energie. Es geht darum, ein Gebäude zu entwickeln, das nicht nur im Herstellungsprozess, sondern auch bei der alltäglichen Nutzung keinen Abfall entstehen lässt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Deutschland gehört nicht nur in Europa, sondern auch weltweit zu den Ländern, deren Abfallaufkommen, Ressourcenverbrauch, CO2-Aufkommen und Energieverbrauch mit am höchsten sind: Jeder einzelne Bürger setzt durchschnittlich elf Tonnen CO2 frei und produziert 611 kg Abfall; dieser muss reduziert werden. Ferner ist es dringend notwendig, den Wasserverbrauch im Kontext von Bauwesen, Architektur und Design stärker als bislang zu thematisieren. Wasser ist Lebensgrundlage und gehört zur wichtigsten Ressource der Erde.

Mit dem „Zero Waste Space“ wird einerseits die Nachhaltigkeitsdiskussion in Architektur und Design stimuliert. Andererseits wird er die Menschen darin bestärken, ein nachhaltigeres Leben zu führen. Durch die mobile Gestaltung von Wohnräumen wird es ermöglicht, sich an die zukünftigen wandelnden Infrastrukturen anzupassen. Die Ergebnisse aus dem Projekt „Zero Waste Space“ sollen aber nicht nur mobilen Tiny-House-Konzepten zur Verfügung stehen, sondern vor allem auch in den Hochbau rückgeführt werden.
Was sind unsere Ziele?
Ziel der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten ist es, ein Gebäude mit seinen dazugehörigen Objekten zu entwickeln, das dem Kreislaufprinzip unterliegt und dadurch den Parametern der Abfallreduzierung und Ressourceneinsparung unterworfen ist. Im Bereich Design steht die Entwicklung von Produkten im Fokus, die innerhalb des Gebäudes das nachhaltige und ressourcenschonende Zusammenspiel mit Architektur- und Ingenieurleistungen ermöglichen. Durch den „Zero Waste Space“ mit seinen dazugehörigen Objekten werden sich neue Komponenten und Werkzeuge herausbilden, die von Designern und Architekten angewendet werden können und zu einer nachweisbaren und effektiven Nachhaltigkeit führen. Eine effiziente Technik mit geringem Ressourceneinsatz trägt dazu bei, unseren Abfall im Gebäudebetrieb zu reduzieren. Die Gebäudetechnik soll den neuesten Stand der Technik im Bereich Energieeinsparung aufweisen.

Für die Vorbereitung des Projektes wurde bereits gemeinsam mit Elektrotechnikern der FH Kiel ein Energiekonzept entworfen und konkretisiert. Im kommenden Semester wird das Thema Wasserkreislauf bearbeitet und ab März 2019 startet dann die Umsetzung des Projektes, die im Herbst 2019 abgeschlossen sein soll. Der Raum wird für zwei bis vier Personen ausgelegt und bewohnbar sein. Er wird Menschen zur Verfügung gestellt, die ein abfallfreies Leben testen möchten. Ein denkbarer erster Aufstellort ist der Anscharpark in Kiel, wo der Transferpark der Muthesius Kunsthochschule seinen Sitz hat. Der „Zero Waste Space“ wird auch transportabel sein. Nach einer gewissen Zeit wird er an einen anderen Ort weiterziehen, vielleicht auch in andere Städte oder Gemeinden.
Wer ist unsere Zielgruppe?
Erwachsene (19 – 59 Jahre),
Politik,
regionale Akteure
Wie ist das Projekt lokal und regional verankert?
Bei der Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein GmbH und dem Umweltamt der Landeshauptstadt Kiel hat das Projekt eine sehr positive Resonanz erfahren. Der „Zero Waste Space“ bietet für den Architekturmarkt und die Bauwirtschaft wichtige Impulse. Wichtige Stakeholder werden bereits in der Konzeptionsphase angesprochen. Auch die Tiny House Bewegung, die alternative, raumsparende und umweltverträgliche Wohnformen entwickelt, wird im „Zero Waste Space“ viele Aspekte exemplarisch verwirklicht finden, die übernommen werden können.

Das gilt insbesondere für das Energiekonzept, das Autarkie ermöglicht, aber auch darstellt, wie Gebäude sich gegenseitig mit Energie und Wärme innerhalb von Quartieren und Städten versorgen können. Aufgrund der Mitwirkung von Prof. Wolfgang Linden in Lübeck werden Studierenden der Raumstrategien und des Industriedesigns an der Muthesius Kunsthochschule Kiel und der Elektrotechnik an der Fachhochschule Lübeck eine hochschulübergreifende interdisziplinäre Qualifizierung bieten.

Auch innerhalb des Gebäudes werden innovative Produkte zur Anwendung kommen, die ein nachhaltiges und ressourcenschonendes Zusammenspiel von Design, Architektur und Ingenieurleistung ermöglichen. Hier bieten sich zukünftige Kooperationen mit designorientierten, produzierenden Unternehmen und Startups. Das Projekt wird vom Muthesius Transferpark begleitet, einem Kompetenzzentrum für den Transfer gestalterischer Kompetenzen. Dort wird die Öffentlichkeitsarbeit strategisch vorberietet, um den „Zero Waste Space“ einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.
Worin liegt die Innovation unseres Projektes?
Der „Zero Waste Space“ wird das Thema Nachhaltigkeit in die heutige Designsprache transformieren und ist bewusst als interdisziplinäres Projekt konzipiert. Er wird nachhaltige Innovation und modernes Design miteinander verknüpfen und verkörpern. Als Forschungsprojekt werden bei dem an der Schnittstelle zwischen Design, Architektur und Technik neue Lösungen für suffiziente Wohnformen aufgezeigt. Es werden konzeptionell zwei zentrale Zukunftstrends verbunden, zum einen der nachhaltige Umgang mit endlichen Ressourcen und zum anderen die Notwendigkeit, bei steigender Bevölkerungsdichte weniger Wohnraum zu beanspruchen, ohne auf Funktionalität und Komfort zu verzichten.

Aus der Verbindung beider Zukunftstrends ist die Idee entstanden, nicht nur ein Tiny-House zu entwickeln und prototypisch umzusetzen, das umweltschonend mit Ressourcen umgeht, sondern ein Haus, das seine potenziellen zukünftigen Bewohner darüber hinaus unterstützt, bei der alltäglichen Nutzung so wenig Müll und Abfälle zu produzieren wie möglich. Es ist Teil des Konzeptes, die gewonnenen Erkenntnisse später – jenseits der Idee vom Leben auf kleinsten Raum – in den konventionellen Bausektor zu übertragen. Es werden Mehrwerte für die Architektur, das Design und die Gesellschaft entstehen, die weit über den zukünftigen Prototyp hinausgehen. Es wird ein neuer Weg beschritten, der nachhaltig handeln lässt.
Wer sind wir?
Die Muthesius Kunsthochschule ist die einzige im Bundesland Schleswig-Holstein. Sie wurde 1907 als Werkkunstschule gegründet, wurde 1994 zur Fachhochschule für Kunst und Gestaltung und ist seit 2005 die jüngste ihrer Art in Deutschland. Rund 580 Studienplätze verteilen sich zur Zeit auf die Studiengänge Freie Kunst, Szenografie/Raumstrategien, Kommunikationsdesign und Industriedesign. Sie wirkt durch künstlerisch-gestalterische Entwicklungs- und Forschungsvorhaben als Kristallisationspunkt für Arbeiten und geistige Auseinandersetzungen auf den Gebieten der Kunst, der Raumkonzeption und des Design.

Internationale Dozenten sind stets Bestandteil dieser Pflichtveranstaltungen. Aus über 30 Ländern der Welt kommen junge Menschen in Kiel zum Kunst- und Designstudium zusammen. Ihr Anteil an der Studierendenschaft beträgt 14 Prozent, Tendenz steigend. Damit liegt die Muthesius Kunsthochschule weit über dem Bundesdurchschnitt.
Laufzeit der Förderung
7 Monate
Höhe der Förderung
49 803,20 EUR

Nachhaltigkeitsziele

  • SDG 11: Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, wider­stands­fähig und nachhaltig gestalten
  • SDG 12: Nachhaltige Konsum- und Produktions­muster sicherstellen
  • SDG 13: Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen
  • SDG 6: Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten

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