Weniger ist mehr – nachhaltige Bau- und Wohnkultur

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Baukultur, Wohnen und Nachhaltigkeit

Earth Vision UG

74076 Heilbronn, Baden-Württemberg

www.natur-vision.de

Minimalismus und Downsizing gehören zu den #tatenfuermorgen, die eine neue, nachhaltige Bau- und Wohnkultur begründen. Das Projekt will diese innovativen, jungen Ideen einer großen Öffentlichkeit nahebringen, um ein gesellschaftliches Umdenken anzuregen.

Worum geht es?
Das im Wettbewerb ausgezeichnete Konzept des Stuttgarter Atelier Kaiser Shen, ein “Mikrohofhaus” auf der kleinen Grüninsel einer verkehrsumspülten Sternkreuzung stehend, wird 2019 realisiert und zum Probewohnen einladen. Die Wohnfläche beträgt nur 7,3 Quadratmeter. Dennoch entsteht durch den Innenhof mit Brunnen und die konsequente Abgrenzung vom Außenraum im Inneren das Gefühl von Privatheit.

Für dieses Projekt wird das “Mikrohofhaus” als Ausgangs- und Ankerpunkt verschiedener Aktivitäten genutzt. Es wird exemplarisch für ein gesellschaftliches Umdenken im Bau- und Wohnbereich“ stehen.

Es wird dabei allerdings nicht das eigentliche Wohnen in einem Tiny-House mit all seinen schon oft diskutierten Vor- und Nachteilen thematisiert, sondern der soziokulturelle Hintergrund für diese und andere (neue) Wohnformen, die alle die Vereinfachung der Lebensführung als Grundgedanken für mehr Nachhaltigkeit haben. Zehn Menschen werden im Mikrohofhaus probewohnen, die bereit sind, darüber Videotagebuch zu führen. Dies werden Personen, die bereits Erfahrung darin haben als Multiplikatoren zu wirken: Journalisten, Blogger, Youtuber, Prominente. Dokumentiert werden Gedanken, Gefühle und persönliche Veränderungen, die diese minimalistische Wohnform auslöst. Wo wird die Reduktion als Bereicherung empfunden, wo beginnen die persönlichen Einschränkungen zu sehr zu greifen?

Zu einem Filmfestival im Juli werden die Beiträge zu einem Kurzdokumentarfilm geschnitten, der auf vielfältige Weise einsetzbar ist. Zweimal monatlich werden wir zudem zu einem öffentlichen Filmabend den Innenhof des Mikrohofhauses einladen. In unserem umfangreichen Filmarchiv verfügen wir über Dokumentationen zur städtebaulichen Entwicklung, zu nachhaltigen Bauformen, Kunst am Bau und auch Architektur und Ernährung. Der geschlossene Raum inmitten des tosenden Verkehrs bietet eine besonders dichte und anregende Atmosphäre für Filme und anschließende Gespräche. Da wir durch unsere Tätigkeit im Umweltbildungsbereich über beste Kontakte zu den Bildungseinrichtungen in Ludwigsburg und Umgebung pflegen, soll sich das Mikrohofhaus auch für Kindergärten und Schulen öffnen. Hier kann man anhand einer besonders jungen Architekturform Baukultur spannend vermitteln.

Des weiteren, wird es im Rahmen von einem Festival „NaturVision Open Air 2019 – Nachhaltiges Bauen“ ein ideales Forum für Diskussionen und Wissensvermittlung geben. Drei Tage lang werden dort auf einer großen Open Air Leinwand Filme zu ‚Weniger ist mehr – nachhaltige Baukultur’ vorgeführt und moderiert.
Was sind unsere Ziele?
Wichtigstes Ziel des Projekts ist es, die optimalen Voraussetzungen des bestehenden Mikrohofhauses zu nutzen, um die gegenwärtige Aufbruchsstimmung jungen Wohnformen gegenüber aufzunehmen und innovative Denkanstöße zu geben.

Mit dem Kurzdokumentarfilm, der aus dem Projekt entsteht, werden wir die Thematik einer nachhaltigen Siedlungsplanung und Wohnungsbaupolitik weiteren Bevölkerungskreisen nahebringen. Sehr wichtig ist, dass Kinder und Jugendliche miteinbezogen werden, um ihnen schon früh nahe zu bringen, dass es Möglichkeiten gibt, tradierten Denkmustern Neues entgegenzusetzen und um ihnen Baukultur näher zu bringen.

Ein weiteres Ziel ist es, lokale und regionale Partner zu integrieren. Hierzu dienen auch die Aktivitäten auf dem Open Air, die das Projekt ergänzen und erweitern werden. Die Reaktionen der Zuschauer und wie auch der dortigen Akteure sind einer der wichtigsten Indikatoren für die Wirkungskraft des Projekts. Ebenso die Reaktionen aus dem Social Media Bereich, wo wir das Projekt ausführlich vorstellen und begleiten werden. Es wird eine möglichst breite Vernetzung erzeugt, um neue Gedanken und Ideen zu einer nachhaltigen Wohnkultur möglichst breit zu kommunizieren.

Als offiziellen Abschluss des Projektes wird es eine Veranstaltung geben, die alle wichtigen Akteure und Multiplikatoren nochmals zusammenführt. Hier sind beispielsweise Workshops mit den Probewohnenden oder den Architekten des Mikrohofhauses angedacht. Der Ort für die Veranstaltung wird bewusst noch offengelassen– es soll vor allem zu den Geschehnissen und Ergebnissen der Projektaktivitäten ein Bezug bestehen.
Wer ist unsere Zielgruppe?
Erwachsene (19 – 59 Jahre),
Generation 60plus,
Kinder/Jugendliche,
Medien,
regionale Akteure
Wie ist das Projekt lokal und regional verankert?
Es gibt es enge Verbindungen zur Wohnungsbau Ludwigsburg, wir beteiligen uns aktiv an den aktuellen Transformationsprozessen der Ludwigsburger Weststadt, einem Gewerbegebiet, nehmen an Messen, wie z.B. der Energiemesse, mit Filmprogrammen teil. Hinzu kommt unser großes < ahref =“https://festival.natur-vision.de/de/schulprogramm/vorab-schulprogramm.html”>Schulprogramm ‚Film und Gespräch’, das im letzten Jahr in zehn Städten Baden-Württembergs über 3000 Schüler erreichte. Diese NaturVision-Aktivität bietet uns die optimale Möglichkeit, den Film ‚Weniger ist mehr – nachhaltige Wohnkultur‘ zu zeigen und entsprechende Experten einzuladen. Auch Partner wie der Übermorgen Markt Stuttgart, mit dem wir bei unserem Open Air kooperieren, oder die Foodsharing-Gruppe Ludwigsburg zeigen Interesse an unseren Projekten und wirken vor allem im Social Media Bereich als Multiplikatoren.

Über das Einbinden von Youtubern, Bloggern und Influenzern, die sich mit diesen Themen bereits auseinandersetzen, wird eine große Multiplikatorenwirkung entfaltet.

Neben dem Gewinnen für Vorträge und Artikel von Vertretern überregionaler Zeitungen, wie der Zeit, Süddeutsche und TAZ, die sich immer wieder sehr intensiv mit nachhaltiger Baukultur beschäftigen, werden auch Kontakte in die Redaktionen diverser TV-Sender genutzt, um redaktionelle Beiträge zum Projekt zu bekommen. Die dauerhafteste Wirkung des Projekts aber versprechen wir uns von dem Ansatz, dass die beteiligten ‚Probebewohner‘ der Thematik langfristig verbunden bleiben und über das Projekt hinaus auf vielfältige Weise als Multiplikatoren wirken.
Worin liegt die Innovation unseres Projektes?
Das Mikrohofhaus in Ludwigsburg nutzt nicht, wie andere Minihäuser, die Naturlandschaft als bereichernde Umgebung. Es kann zwar als Wohnort verwendet werden, ist aber in seiner jetzigen Form eher zwischen Modell- und Kunstprojekt anzusiedeln. Als extreme Form des neuen Wohnens lassen sich hier der gesellschaftliche Wandel, der sich beispielsweise hinter der Tiny-Bewegung verbirgt, exemplarisch und innovativ aufzeigen. Ein charmantes Plus ist dabei das Medium Film, das als emotionales Medium die Menschen öffnet und berührt, sowie sich gleichzeitig optimal eignet, Wissen zu vermitteln und auch schwierige Sachverhalte in aller Kürze zu erklären.

Grundsätzlich ist unser Ansatz immer davon geprägt, die Menschen für neue Ideen zu begeistern und eingefahrene Denkmuster zu durchbrechen. Damit gelingt es auf innovative Weise, Vorurteile zu überwinden und etwas zu bewegen. Mit diesem Ziel werden wir auch das Projekt ‚Weniger ist mehr – nachhaltige Baukultur‘ angehen. Filmisch und mit ungewöhnlichen Veranstaltungen wollen wir die Idee von Minimalismus und Downsizing als einen neuen Weg hin zu nachhaltigem Bauen und Wohnen vermitteln. Im Idealfall ist am Horizont dieser jungen gesellschaftlichen Bewegung nicht mehr die Größe eines Hauses das gängige Statussymbol, sondern seine Effizienz und Nachhaltigkeit.
Wer sind wir?
Die als gemeinnützig anerkannte Earth-Vision UG ist der Veranstalter des NaturVision Filmfestivals. Neben einem internationalen Dokumentarfilmwettbewerb zu Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit bietet das Festival ein kostenloses Open Air, zahlreiche Aktionen zur Umweltbildung und ein vielfältiges Rahmenprogramm. NaturVision berücksichtigt beim Festival und bei seinen weiteren Projekten nicht nur filmisch-kulturelle Aspekte, sondern sieht sich im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit auch in einer explizit gesellschaftspolitischen Verantwortung. Das Festival wird von Festivalgründer Ralph Thoms vertreten, dieser bildet zusammen mit vier festen Mitarbeiterinnen das Kernteam. Etwa sechs Monate vor dem Festival wird das Team um weitere Mitarbeiter erweitert. Während des Festivals engagieren sich zudem viele Helfer und Ehrenamtliche.
Laufzeit der Förderung
11 Monate
Höhe der Förderung
49 464,00 EUR

Nachhaltigkeitsziele

  • SDG 11: Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, wider­stands­fähig und nachhaltig gestalten